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Abschiedstraum
 
Stehe wie ein Fels in der Brandung allein
im Meeresrauschen nicht geweinter Tränen.
Das bröckelnde Fundament bricht ein,
beginnt das Sein in Zeitlupe zu lähmen.
 
Der Grad vom Gipfel bis zum Abgrund verbindet
und im Fall quält gefährlich schmal das Tief.
Das Wesentliche des Lebens schwindet
bis der Seelengedanke das Warten befiehlt.
 
Emotionen klagen von unerträglichem Leid,
totes Blut kein bewegendes Bild mehr malt.
Nahende Dunkelheit noch unheimlich weit,
Gefühle werden lieblos, klar und eisig kalt.
 
Wenn die Fantasie den Himmel berührt,
ist es zu spät und zuweilen alles verloren.
Die dunklen Wolken nun zu Tränen gerührt
von der Nacht, die neu den Tag geboren.
 
Unsichtbar thront der Tod über allem Leben
und bringt sich als erlösendes Schicksal ein.
Sein Spiel ist, was nicht gegeben zu nehmen,
stimmt jedem Leben Abschiedsmelodie ein.
 
Der Schmerz der Schöpfung aller Erdenwesen
spricht stumm von Wahrheit in Licht und Zeit.
Den Endgedanken ihre Finsternis nehmen -
neue Wunder des Anfangs halten sich bereit.
 

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