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Poesie - Melancholie - Lyrik - Gedichte

   
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Gesichtslos
 
Zart wehen die Winde über diese Stadt,
die alle Fenster schon geschlossen hat.
 
Und die Straßen sind wie ausgestorben
als hätte diese Zeit sich selbst verloren.
 
Die Finsternis, das Unsichtbare ihrer Kraft,
oft unser Sein in der Gegenwart bestraft.
 
Nirgendwo noch ein Licht nachts brennt,
hell das Dunkel, das den Tag nicht kennt.
 
Unheimlich strotzen ewig die Fassaden,
die stets zum Fest der Unschuld laden.
 
Um in der Dämmerung sich aufzubauen,
beginnt das kalte Leer selbst aufzutauen.
 
Dunkelheit ist das Nichts vor dem Traum,
Visionen vom Leben erleben sich kaum.
 
Der Mond flüchtet hinter seinen Schatten,
Stille reicht, um einen Sturm zu entfachen.
 
Dem lebenden Baum fällt die Nacht schwer,
wirbelnde Blätter tanzen kreuz und quer.
 
Tobende Äste, ein peitschen und biegen,
als würden sie hitzig im Spiele sich lieben.
 
Die Gemälde des Himmels sind nun müde,
werden brüchig und stimmen alles trübe.
 
Tief hängen die Wolken, fast zum Anfassen,
das Weinen bleibt dem Himmel überlassen.
 
Wie von Glanz perlen Tränen zueinander,
im Nass versteckt, unsichtbar voreinander.
 
Das Kleingetier kämpft um zu überleben,
die Natur versteht, noch den Rest zu geben.
 
Der Mensch rettet Leben aus Daseinspflicht.
Nur der Herrgott schweigt, zeigt kein Gesicht.
 

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