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Poesie - Melancholie - Lyrik - Gedichte |
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| Gesichtslos |
| Zart wehen die Winde über diese Stadt, |
| die alle Fenster schon geschlossen hat. |
| Und die Straßen sind wie ausgestorben |
| als hätte diese Zeit sich selbst verloren. |
| Die Finsternis, das Unsichtbare ihrer Kraft, |
| oft unser Sein in der Gegenwart bestraft. |
| Nirgendwo noch ein
Licht nachts brennt, |
| hell das Dunkel,
das den Tag nicht kennt. |
| Unheimlich strotzen ewig die Fassaden, |
| die stets zum Fest der Unschuld laden. |
| Um in der
Dämmerung sich aufzubauen, |
| beginnt das kalte Leer selbst aufzutauen. |
| Dunkelheit ist das
Nichts vor dem Traum, |
| Visionen vom Leben
erleben sich kaum. |
| Der Mond flüchtet hinter seinen Schatten, |
| Stille reicht, um einen Sturm zu entfachen. |
| Dem lebenden Baum fällt die Nacht schwer, |
| wirbelnde Blätter tanzen kreuz und quer. |
| Tobende Äste, ein peitschen und biegen, |
| als würden sie hitzig im Spiele sich lieben. |
| Die Gemälde des Himmels sind nun müde, |
| werden brüchig
und stimmen alles trübe. |
| Tief hängen die
Wolken, fast zum Anfassen, |
|
das Weinen bleibt dem Himmel überlassen. |
| Wie von Glanz
perlen Tränen zueinander, |
| im Nass versteckt, unsichtbar voreinander. |
| Das
Kleingetier kämpft um zu überleben, |
| die Natur
versteht, noch den Rest zu geben. |
| Der Mensch rettet Leben aus Daseinspflicht. |
| Nur der Herrgott schweigt, zeigt kein Gesicht. |
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© by MarcelHermann |