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Poesie - Melancholie - Lyrik - Gedichte

   
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Polarnacht
 
Am Horizont in weiter Ferne
matte und funkelnde Sterne.
Einsam diese milde Nacht,
das Seelenleben bedacht.
 
All die vielen Lebenskünste
tarnen heimliche Wünsche.
Der Drang nach Zärtlichkeit
führt meist in die Einsamkeit.
 
In der Sehnsucht des Lebens
sucht das Herz oft vergebens,
verweilt dann verbittert im Aus
und findet keinen Weg hinaus.
 
Der Muse dunkelster Schauer
nur das Schwarz trägt Trauer.
Die Melancholie wird zur Sucht
und Worte lieben die Flucht.
 
Schon unzählige Gedanken
die in Wehmut einst versanken,
durchwühlen den Verstand
bauen Luftschlösser auf Sand.
 
Grauer Nebel sich erstreckt
Schleier halten alles bedeckt.
Zu leben beginnt ein Traum
füllt unsehbar Zeit und Raum.
 
Fantasien schon erahnten
was Ängste längst erkannten.
Stillstand der verlorenen Zeit
atemlos die Wogen im Leid.
 
Zerrissene Wolken mal vereint
glutrot und der Himmel weint.
Fontänengebilde bunter Farben
übermalen aller Wunden Narben.
 
Im Donnergrollen der Nacht
auch kleinstes Leben erwacht.
Momente kommen und gehen
um einmal nach oben zu sehen.
 
Der Mond steht sich im Wege
verschwindet im Sternengehege.
Einer dünnen Wolkenschicht
durchbricht sanft rotblaues Licht.
 
Es tropft bedächtig die Ewigkeit
glänzende Perlen weit und breit.
Der Natur mächtiges Phänomen
lässt diese Unwirklichkeit stehn.
 
Des Firmaments zarter Farbenflor
öffnet nebeldurchdrängt sein Tor.
Unsichtbar die blutroten Tränen
für Sekunden schmerzlos lähmen.
 
Um das unendliche Ziel zu sehen
muss im Jetzt etwas geschehen.
Träume der Schwäche überwinden
um doch Zufriedenheit zu finden.
 
Der Bedrückung die lautlos lärmt
genügt oft schon Kälte die wärmt.
Die leuchtenden Wunder laden ein
als Erdengast menschlich zu sein.
 

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