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  Ich bin tot
   
  War ich Fleisch und Blut,
  suchende Leidenschaft,
  Feuer, treibende Glut,
  unschuldig sündhaft?
   
  Im Leben war ich Wind,
  Stille, tiefe Wasser,
  eine Maske, zartes Kind
  mit heimlichen Laster.
   
  Lies mich verderben.
  Gleich, wer was gemacht.
  Jeder darf mal sterben,
  egal, was er vollbracht.
   
  Ich möchte nichts hören.
  Wer richtet liegt an Ihn.
  Alle hinterlassen Scherben.
  Keiner kann dem entfliehen.
   
  Macht mir keinen Ärger!
  Hört auf zu klatschen,
  wenn vier der Träger
  den Sarg nach unten lassen.
   
  Das ewig Rauf und Runter
  kostet enorm viel Kraft.
  Mich machts nicht munter.
  Euer Gewissen kaum satt.
   
  Hört auf für mich zu beten.
  Macht euch niemals unbeliebt.
  Ihr ward doch im Treten
  stets treffsicher eingeübt.
   
  Deckt mich nur mit Erde zu.
  Könnt euch die Hände reichen.
  Auf mich wartet unendliche Ruh
  und werde brav tot bleiben.
   
  © by MarcelHermann
   
http://www.marcelhermann.de    

 

 

Marcel Hermann

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