© by Marcel Hermann

   
 

Poesie - Melancholie - Lyrik - Gedichte

   
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Zwielicht
 
Jeder ehrliche Versuch
sich im Keime erstickt.
Die Freiheit bot genug.
Spiel, Spaß, Selbstbetrug,
lächelnd alles ertragen.
 
Im Labyrinth der Seele
stellen sich andere Fragen.
Der ewige Streit mit sich
sucht verzweifelt Wege
in des Schöpfers Gehege.
 
Sehnsucht und Verlogenheit,
an denen es fast zerbricht,
steuert aus dem Unbehagen
die Sucht nach Zärtlichkeit
die einen nie mehr verlässt.
 
Unerfüllte Bedürfnisse
hinterlassen dunkle Schatten.
Erwidern Gleichgesinnte Gefühle,
bleiben sie in einem haften,
machen Betroffene zu schaffen.
 
Einmal, ohne es zu wollen,
spielt das Innere verrückt.
Ob Lügen weiter lügen sollen?
Das ist es, was so bedrückt.
Liebe, die suchend sich verführt.
 
Zwischen Frau und Mann
dauernd hin und her gerissen.
Vertan der wiederkehrende Anfang.
Die Seele schon verschlissen.
Sie hatte sich vergriffen.
 
Von der Vorstellung geplagt,
im Zweitgesicht aufgerichtet,
beginnt ein Lebenskampf,
der lautlos vernichtet,
nur noch Verlangen empfindet.
 
Anspruchslos, selten beständig,
vom Verstand nicht begriffen,
meist verwirrt, sehr ängstlich
treibt der Wunsch nach ihr, ihm
und das immer wieder anonym.
 
Trotz gewisser Leidenschaft
berühren sie dann einander
etwas verschämt, minutenhaft,
ohne ein vertrautes Miteinander.
Was bleibt, ist abnormes Theater.
 

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